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Lesefrüchtchen #10

Du bist so vertieft darin, du zu sein, dass du keine Ahnung hast, wie absolut nie dagewesen du bist.

Hat das flüchtige Aufflackern von Bedeutung, das die Kunst beschert, in Anbetracht der Nichtigkeit unseres täglichen Kampfes überhaupt einen Wert?

Aus Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green

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Lesefrüchtchen #7

Was habe ich schließlich zu verlieren? Einen feigen Mann? Und zu gewinnen? Das Vergnügen, in deinen Armen einzuschalfen. […] Alles oder nichts.

Ich habe mich verliebt, wie man sich eine Krankheit einfängt. Ohne es zu wollen, ohne daran zu glauben, gegen meinen Willen und ihne die Kraft, mich dagegen zu wehren, und dann…[…] Und dann habe ich sie verloren. Auf die gleiche Weise.

Das Glück war dagewesen, und ich habe es vorbeiziehen lassen, um mir das Dasein nicht zu erschweren.

Aus Ich habe sie geliebt von Anna Gavalda

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Die Landkarte der Liebe

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Die Landkarte der Liebe
Lucy Clarke
Piper Verlag
ISBN 978-3-492-30085-89,99€

„Die meisten Menschen verreisen aus zwei Gründen: Sie suchen etwas, oder sie fliehen vor etwas. Für mich gilt beides.“ – Mia

Katie ist am Boden zerstört. Ihre kleine Schwester Mia wird tot am Grunde der balinesischen Klippen gefunden. Die Polizei geht von Selbstmort aus.
Mia und ihr bester Freund Finn haben sich kurzentschlossen auf die Reise gemacht: San Francisco, Australien, Neuseeland… Mia war schon immer leichtfüßig und spontan, Katie fagegen eher vernünftig und genau getimt.
Als Katie von der Polizei erfährt, was mit Mia passiert ist, kann sie es nicht glauben. Mia würde sich nie selbst umbringen! Außerdem lag doch Bali gar nicht auf ihrer Route. In Mias Rucksack, der ein paar Wochen nach der Unglücksmeldung bei Katie ankommt, findet sie deren Reisetagebuch. Schon bald ist ihr klar, wenn sie herausfinden will, was wirklich mit Mai passiert ist, muss sie sich selbst auf die Reise machen. Sie nimmt das Tagebuch, Mias Ruchsack und lässt ihren Verlobten, die Hochzeitsvorbereitungen und ihren Job in London zurück und steigt in eine Flugzeug nach San Francisco.

Welche Person steht einer Frau näher, als irgendjemand anderes? Richtig, ihre Schwester (insofern sie eine hat). Jeder, der Geschwister hat, wir mir hier zustimmen: so gern man sie ab und an auf den Mond befördern möchte, es gibt niemanden, der einen besser kennt und mit dem man enger verbunden ist, als mit dem eigenen Geschwisterkind.
Der Roman von Lucy Clarke dreht sich genau um dieses Thema. Mia und Katie sind grundsätzlich verschieden, aber als Kinder unzertrennlich.
Als sie älter werden entferenn sie sich voneinander. Die Mutter der Schwester stirbt, einen Vater gibt es nicht mehr, und Katie glaubt nun, Veatnwrotung für Mia übernehmen zu müssen, obwohl beide längst erwachsen sein. Sie ist von dem plötzlichen Plan ihrer Schwester, eine große Reise machen zu wollen, total überrumpelt. Ihr fällt es schwer, sie einfach ziehen zu lassen. Doch Mia hat ihre eigenen Pläne, will an den Ort, wo ihr Vater lebt und wissen, warum er sie alle verlassen hat.
Katie macht sich auf genau die selbe Reise und lernt dabei ihre Schwester neu kennen und auch sich selbst. Durch Mias Tagebuch kann sie direkt aus der Seele ihrer Schwester lesen und lernt Dinge, die ihr über Liebe, Sehnsucht und Vertrauen selbst noch völlig fremd waren.

Die Landkarte der Liebe ist Lucy Clarkes erster Roman. Sie konnte mich von Thema und Sprache sofort für sich einnehmen. Ich habe sowohl alles über die Thematik „Schwester-sein“ ausgesogen, sowie auch ihre Reisebeschreibungen unendlich genossen. Die Geschichte ist so schön und herznah, sie geht einfach unter die Haut.
Ich finde es immer auch sehr interessant, wie Autoren darstellen, wenn  Personen sterben, die den Protagonisten nahe stehen. Lucy Clarke hat es sehr echt und authentisch geschafft, Katies Gefühlschaos nach Mias Tod zu beschreiben.
Mein einziger Kritikpunkt betrifft Covergestaltung und Titel. Der deutsche Titel lässt einfach nicht durchblicken, dass es eine Geschichte über Schwestern ist. Das Buch sieht äußerlich auch viel zu kitschig aus, deswegen hatte ich lange keine Ambitionen, es zu lesen.
Und zum Abschluss noch eine Sache: Die Autorin hat mein Reisefieber geweckt! Dank ihres Romans bilden sich inm einem Kopf so langsam Pläne für meine eigene „große Reise“.
Insgesamt muss ich sagen, war es ein sehr schöner Roman zum Träumen, aber auch zum nachdenken. Nachdem ich das Buch zugeklappt hatte, musste ich meienr Schwester erst einmal eine SMS schreiben, wie lieb ich sie habe. Mir ist klar geworden, dass man seine Zeit genießen muss und das Leben zu klurz für Streit ist.

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Die Verlobungen

Cover Die Verlobungen

J. Courtney Sullivan
Die Verlobungen
Deuticke Verlag
978-3-552-06244-3
21,90€

Frances ist jung, unverheiratet und erfolgreich – und das 1947, eine Zeit in der junge Frauen wie sie sich langsam aber sicher um einen Ehemann bemühen sollten. Aber Frances ist klar, sie ist einzig und allein mit ihrer Arbeit verheiratet und für sie steht fest, dass sich das auch niemals ändern wird. Ihr Job als Werbetexterin in der zur Zeit größten und erfolgreichsten Werbeagentur der USA ist alles für sie.
Das Paradoxon ihrer Arbeit: ihr Hauptkunde ist der weltweit größte Diamantenlieferant De Beers. Sie etabliert den diamantenen Verlobungsring unter den Frauen dieser Welt und entwirft den bekannten Slogan A Diamond is forever. Frances selbst möchte aber lieber nicht einen solchen Ring als Beweis wahrer Liebe am Finger tragen. Ihre Beziehungen zu Männern waren nie von langer Dauer.
Mary Frances Gerety heiratete nie, aber weckte in der ganzen Welt den Wunsch nach dem einzigartigen Liebesbeweis: den diamentenen Verlobungsring.

Die Verlobungen ist ein Roman über Liebe, Ehe und Partnerschaft im Verlauf des letzten jahrhunderts. J. Courtney Sullivan nimmt ihre Leser mit auf eine Reise durch die Geschichte der Entwicklungen der Beziehung zwischen Mann und Frau. Dabei lässt sie nichts aus, von Herzbrechen bis großer Liebe und fulminanter Hochzeit.
Mary Frances Gerety hat wirklich gelebt. Mit ihr ist das Bedürfnis fast jeder Frau nach dem Diamantring aus der Hand ihres Geliebten gewachsen. Im Laufe der Zeit ist er zur Tradition geworden, zum festen Bestandteil einer festen, ehrbaren Liebe.  Sullivan erzählt von ganz unterschiedlichen Partnerschaften zwischen 1947 und 2012. Da ist natürlich Frances, die ganz und gar nicht heiraten will; dann gibt es Evelyn, für die es 1972 die größte Schande für ihre Familie ist, als sich ihr Sohn scheiden lassen will und dann gibt es da noch Kate, die sich 2012 mit ihren Freund Dan und ihrer beider Tochter Ava auf die Hochzeit ihres Cousins Jeff vorbereitet – mit einem Mann. Es gibt noch weitere Paare, die in noch anderen Zeiten des Jahrhunderts leben, aber alle verbindet eines: ein Diamantring für Damen: zwei große Diamanten im gleichen Schliff und von gleicher Größe. Zusätzlich einige kleine Steine drum herum. Wie eine Blüte. Damit wären wir wieder bei Frances, die all die Sehnsüchte der Frauen geweckt hatte und somit eine Tradiotion begründet hat, die es heute noch weltweit gibt.

J. Courtney Sullivan schreibt mit viel Präzision und Liebe zum Detail. Es gelingt ihr fabelhaft, so viele verschiedene Varianten von Partnerschaften darzustellen. Die Verlobungen fundiert auf einer wahren Geschichte, von Sullivan weiterentwickelt zu einem Roman, der die persönliche Meinung des Lesers herausfordert. Sie regt zu Überlegungen an, über die man nicht nachdenkt, weil man immer den Weg entlang geht, wie er immer war. Aber sie versucht keinesfalls, von etwas zu überzeugen.
Es ist ein Buch für alle Frauen von zwanzig bis einhundert jahren, die von der Traumhochzeit schwelgen oder schon viele Jahre Ehe hinter sich haben; für Frauen, die sich auf alte Traditionen berufen oder auch für neue Denkweisen offen sind. Jede Leserin wird ihre Lieblingsperson in diesem Roman finden und sie zu ihrem persönlichen Protagnisten erheben, denn diese Wahl hat Sullivan gekonnt ihrem Publikum überlassen.
Sprachlich hat das Buch viel Witz und Leichtigkeit. Es gibt aber auch schwere Brocken, die man erst einmal verdauen muss. Als Leser fiebert man mit jedem Paar und jeder Geschichte mit.
Ein wahres Leseerlebenis.

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Das also ist mein Leben

Das also ist mein Leben von Stephen Chbosky

Das also ist mein Leben
Stephen Chbosky
978-3-453-26751-0
Heyne Verlag
12,99€

„Wir nehmen die Liebe an, von der wir glauben, dass wir sie verdienen, Charlie.“

Am Tag vor seinem ersten Tag in der Highschool beginnt Charlie Briefe zu schreiben. Wer der Empfänger ist, weiß niemand. Aber schon nach dem ersten oder zweiten Brief weiß man, warum er schreibt. Er wird in der neuen Schule von der vollen Ladung Leben erwischt.
Charlie ist ein bisschen anders, als die jungen Menschen um ihn herum. Er beobachtet viel und merkt sich alles, winzige Kleinigkeiten, die niemandem auffallen würden, würde Charlie nicht darüber schreiben.
Bevor er auf die Highschool kam hatte er nur einen Freund, Michael, der sich aber im Sommer umbringt.
Charlie ist also allein.
Aber es gibt da seinen neuen Englischlehrer, zu dem er außerhalb des Unterrichts Bill sagen darf und der in ihm sein Talent, Texte zu schreiben und seine enorme Auffassungsgabe erkennt. Bill versorgt Charlie mit seinen Lieblingsbüchern, wozu Charlie Aufsätze schreiben soll. Es entsteht eine enge Bindung zwischen beiden, ein bisschen wie Freundschaft.
Und dann gibt es da noch Patrick und Sam. Sie sind Geschwister, in der Abschlussklasse und werden Charlies beste Freund. Charlie bewundert Patrick und empfindet für Sam sehr viele große Gefühle.
Patrick und Sam bringen Charlie bei, „teilzunehmen“ und nicht nur zu beobachten. In diesem Highschooljahr beschäftigen Charlie alle Facetten des Lebens: Mädchen, Partys, Enttäuschungen, und er versucht irgendwo mittendrin seinen Platz zu finden.
In Charlies ganzem Denken und Fühlen liegen tiefe Traurigkeit und Schwere, aber auch unendliche Grenzenlosigkeit. Manchmal möchte man ihn an den Schultern packen und schütteln und sagen „hör auf zuzusehen, TU etwas“.
Charlie ist wundervoll.

Stephen Chbosky hat mich mit seinem Briefroman sehr berührt. Ich habe all die Figuren lieben gelernt; Sam, Patrick, Bill und vor allem Charlie. Er ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ich habe das Gefühl, ich war dabei und habe mit Charlie das Leben entdeckt und die Freundschaft und die Liebe und das Gefühl grenzenlos zu sein, unwissend und genau so naiv wie er.
Anfang dachte ich auch, für einen fast sechzehnjährigen schreibt Charlie ganz schön kindische Briefe. Aber er schreibt nicht kindisch, das habe ich spätestens erkannt, als Patrick und Sam dazukommen. Er schriebt einfach genau das, was er fühlt, was er denkt, wie ihn das Leben beschäftigt. Und vielleicht, nur ganz nebenbei, ist genau das das Geheimnis des Schreibens.
Charlie birgt auch noch ein Geheimnis. Es ist seine zurückgezogene, passive Art, die einen manchmal wirklich stutzen lässt. Aber sein ganzes Sein, diese ab uns zu befremdliche Art liegt in einer Erinnerung begraben, die aus frühster Kindheit stammt und ihm einfach lange Zeit nicht bewusst ist.

Das also ist mein Leben ist ein so wunderschönes Buch, es berührt und lässt den Leser mitleben, Charlie wird irgendwann ein Teil vom Leser. Dieses Buch schreibt das Gefühl von himmelhochjauchzend und zutodebetrübt neu, es ist grenzenlos, aber auch unendlich traurig.

Eines der besten Bücher, welches ich bis jetzt gelesen hab!

Es gibt auch schon einen Film dazu.

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Lesefrüchtchen #6

Ich meine, es ist nicht so wie in den Filmen, wo die Mädchen auf irgendwelche Arschlöcher stehen. So ist es nicht. Sie wollen jemanden, der den Dingen einen Sinn verleiht.

Die Art von Schönheit, die sich selbst nicht so wichtig nimmt.

Wir akzeptieren das, was wir zu verdienen glauben.

aus Das also ist mein Leben von Stephen Chbosky

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