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Ich gegen Osborne

IchGegenOsborne

Ich gegen Osborne
Joey Goebel
Diogenes Verlag
978-3-257-86224-9
22,90€

Osborne war die Welt in ihrer unabwndbarsten Form.

James Weinbach ist 17 Jahre jung und besucht die Osborne Highschool. Er glaubt, er ist ein bisschen anders, als die anderen.
Am Tag nach dem Spring Break, den Frühjahrsferien, kehrt er in die Schule zurück und ahnt noch nicht, dass es der schlimmste aber auch der beste Schultag seiner jungen „Karriere“ wird.
An diesem einen Tag passieren so viele Dinge: seine Liebe Chloe wendet sich von ihm ab, sein selbstgeschriebener Roman wird besprochen, er schafft es auf unsägliche Weise den Abschlussball abzusagen…
James empfindet eine Art Abscheu gegenüber seinen verdummten Mitschülern und der Welt in der sie anscheinend leben. Er versucht einen Platz in diesem Universum zu finden, so wie auch die anderen Jugendlichen an seiner Schule. James aber hat ganz andere Vorstellungen, er kommt in Krawatte und Anzug zum Unterricht, hält den Mädchen die Türen auf, legt Wert auf Anstand, Höflichkeit und Intellekt.

Joey Goebel hat auf den ersten Blick einen Highschool-Roman verfasst, indem er die Schule als eigenen Mikrokosmos beschreibt, und die Jugendlichen beim Erwachsenwerden belächelt. James, der Ich-Erzähler der Geschichte, wirkt viel viel älter als siebzehn und ist von dem Verhalten und den nicht vorhandenen Grundsätzen seiner Mitschüler angewidert. Er betrachtet seine Umwelt mit Abscheu und Ironie. Doch auch er selbst kann manchmal nicht an seine eigenen Maßstäbe heranreichen, denn auch James ist ein Jugendlicher in der Findungsphase seiner Selbst und ab und zu gehen auch seine Gefühle mit ihm durch.
Auf den zweiten Blick geht es in diesem Roman um noch viel mehr als die Highschool und Heranwachsende. Es geht auch um eine ganze Generation, die einer Verdummung unterliegt und die ohne die Grundlage irgendwelcher Werte aufwächst; eine Generation, in der alle nur frei sein wollen.
Das Interessante an diesem Roman ist, dass die Handlung wirklich nur an einem Tag spielt. Die Kapitel sind in Unterrichtsstunden und darin in Uhrzeiten untergliedert. Der Roman gebinnt, als James auf dem Parkplatz der Schule vorfährt und endet, als er ihn wieder verlässt.
Sprachlich hat mich der Roman tatsächlich total überzeugt.

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Das also ist mein Leben

Das also ist mein Leben von Stephen Chbosky

Das also ist mein Leben
Stephen Chbosky
978-3-453-26751-0
Heyne Verlag
12,99€

„Wir nehmen die Liebe an, von der wir glauben, dass wir sie verdienen, Charlie.“

Am Tag vor seinem ersten Tag in der Highschool beginnt Charlie Briefe zu schreiben. Wer der Empfänger ist, weiß niemand. Aber schon nach dem ersten oder zweiten Brief weiß man, warum er schreibt. Er wird in der neuen Schule von der vollen Ladung Leben erwischt.
Charlie ist ein bisschen anders, als die jungen Menschen um ihn herum. Er beobachtet viel und merkt sich alles, winzige Kleinigkeiten, die niemandem auffallen würden, würde Charlie nicht darüber schreiben.
Bevor er auf die Highschool kam hatte er nur einen Freund, Michael, der sich aber im Sommer umbringt.
Charlie ist also allein.
Aber es gibt da seinen neuen Englischlehrer, zu dem er außerhalb des Unterrichts Bill sagen darf und der in ihm sein Talent, Texte zu schreiben und seine enorme Auffassungsgabe erkennt. Bill versorgt Charlie mit seinen Lieblingsbüchern, wozu Charlie Aufsätze schreiben soll. Es entsteht eine enge Bindung zwischen beiden, ein bisschen wie Freundschaft.
Und dann gibt es da noch Patrick und Sam. Sie sind Geschwister, in der Abschlussklasse und werden Charlies beste Freund. Charlie bewundert Patrick und empfindet für Sam sehr viele große Gefühle.
Patrick und Sam bringen Charlie bei, „teilzunehmen“ und nicht nur zu beobachten. In diesem Highschooljahr beschäftigen Charlie alle Facetten des Lebens: Mädchen, Partys, Enttäuschungen, und er versucht irgendwo mittendrin seinen Platz zu finden.
In Charlies ganzem Denken und Fühlen liegen tiefe Traurigkeit und Schwere, aber auch unendliche Grenzenlosigkeit. Manchmal möchte man ihn an den Schultern packen und schütteln und sagen „hör auf zuzusehen, TU etwas“.
Charlie ist wundervoll.

Stephen Chbosky hat mich mit seinem Briefroman sehr berührt. Ich habe all die Figuren lieben gelernt; Sam, Patrick, Bill und vor allem Charlie. Er ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ich habe das Gefühl, ich war dabei und habe mit Charlie das Leben entdeckt und die Freundschaft und die Liebe und das Gefühl grenzenlos zu sein, unwissend und genau so naiv wie er.
Anfang dachte ich auch, für einen fast sechzehnjährigen schreibt Charlie ganz schön kindische Briefe. Aber er schreibt nicht kindisch, das habe ich spätestens erkannt, als Patrick und Sam dazukommen. Er schriebt einfach genau das, was er fühlt, was er denkt, wie ihn das Leben beschäftigt. Und vielleicht, nur ganz nebenbei, ist genau das das Geheimnis des Schreibens.
Charlie birgt auch noch ein Geheimnis. Es ist seine zurückgezogene, passive Art, die einen manchmal wirklich stutzen lässt. Aber sein ganzes Sein, diese ab uns zu befremdliche Art liegt in einer Erinnerung begraben, die aus frühster Kindheit stammt und ihm einfach lange Zeit nicht bewusst ist.

Das also ist mein Leben ist ein so wunderschönes Buch, es berührt und lässt den Leser mitleben, Charlie wird irgendwann ein Teil vom Leser. Dieses Buch schreibt das Gefühl von himmelhochjauchzend und zutodebetrübt neu, es ist grenzenlos, aber auch unendlich traurig.

Eines der besten Bücher, welches ich bis jetzt gelesen hab!

Es gibt auch schon einen Film dazu.