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Mit euch an meiner Seite

9783426513149

Mit euch an meiner Seite
Fiona Higgins
Knaur Verlag
978-3-426-51314-9
9,99€

Sechs Frauen sitzen mit gemischten Gefühlen beim ersten Müttertreffen. Keine von ihnen will wirklich hier sein, aber noch wissen sie nicht, was sie füreinander werden und was für ein aufregendes Jahr sie alle miteinander erleben erleben werden.
Da ist zum ersten Ginie, Karrierefrau, die eigentlich noch gar nicht Mutter werden wollte. Made kommt aus Bali und muss sich, während sie zum ersten Mal Mutter sein muss, auch noch an ein neues Land gewöhnen. Dann sind da Suzie, alleinerziehende Mutter mit einem geheimnisvollen Lover und Miranda, die mit Suzie noch mehr teilen muss als nur die Erfahrung der ersten Mutterschaft. Dann gibt es noch Pippa, die schweigsame graue Maus der Gruppe. Und zum Schluss Cara, die alle irgendwie zusammen hält und der am Ende etwas passiert, dass ihr des Herz zerreißt und auch die Freundschaft, dieser so unterschiedlichen Frauen auf eine harte Probe stellt.

Ich bin sehr sehr lang um dieses Buch herumgeschlichen, weil es auf mich nicht besonders wirkte, weder das Cover, noch der Klappentext. Wie es überhaupt den Weg zu mir gefunden hat, weiß ich gar nicht mehr.
Der Schreibstil von Fiona Higgins ist sehr schlicht, eigentlich die perfekte Urlaubslektüre, wenn man nach diesem Kriterium geht. Mir hat er aber gerade deswegen nicht so viel Spaß gemacht.
Gefallen haben mir trotzdem auch ein paar Sachen, zum Beispiel, dass die Frauen wirklich so total verschieden waren und sich vielleicht auch gerade deswegen lieben gelernt und unterstützt haben. Denn eine Erfahrung teilen sie ja schließlich alle: sie sind zum ersten Mal Mutter geworden.
Ich bin auch sehr froh darüber, dass das Buch nicht als typische Unterhaltungsliteratur mit Happy End um die Ecke kommt. Wenn es gut ausgegangen wäre, hätte ich mit der ganzen Geschichte nichts anfangen können, weil ich einfach keine Mutter bin. Aber „dank“ eine tragischen Wendung in Caras Leben und das ihrer Familie wurde die Geschichte noch gerettet. Ich hoffe, dass nur wenige Mütter wirklich so einen Schicksalsschlag ertragen müssen wie Cara, ich war wirklich sehr gerührt.

Schlussendlich kann ich sagen, dass es mir inhaltlich überwiegend gefallen hat, obwohl mir anfangs diese frischegebackenen Mütter ganz schön auf den Keks gegangen sind. Aber ich kann das wahrscheinlich einfach (noch) nicht nachvollziehen. Sprachlich war es leider nicht besonders anspruchsvoll.
Trotzdem mein Fazit: lesenswert!

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Wir in drei Worten

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Wir in drei Worten
Mhairi McFarlane
Knaur Taschenbuch
978-3-426-51453-5
9,99€

„Ich liebe dich.“, sagte ich.
„Wirklich?“
„Absolut.“
„Mein Gott, ich fasse es nicht.“

Ben und Rachel. Zu Unizeiten gab es sie nur im Doppelpack. Sie haben zusammen ihren eigenen kleinen Kosmos gehabt, in den niemand von außen eindringen konnte. Niemals hätte Rachel geacht, dass sich das irgendwann einmal ändern würde.
Doch in der Nacht vor ihrem Abschlussball geschieht etwas, was beide ziemlich überrascht und sie dermaßen überrollt, dass es zu Missverständnissen und Peinlichkeiten kommt, die Rachel und Ben auseinanderbringen.
Denn genau dieses Geheimnis ihrer letzten Nacht an der Uni sorgt dafür, dass sie sich aus den Augen verlieren.

Zehn Jahre später –
Rachel hat nach 13 Jahren Beziehung ihre Verlobung mit Rhys platzen lassen. Sie wohnt als Untermieterin bei einer Bekannten ihrer Freundin und arbeitet seit ihrem Abschluss an der Jounalistenschule als Gerichtsreporterin in Manchester.
Ben ist verheiratet und auf dem besten Weg ein richtiger Anwalt zu werden. Er hat mit seiner Frau ein Haus in Manchaster gekauft unf nun versuchen sie in der Stadt anzuknüpfen, wobei ihnen Simon, bens Vorgesetzter helfen soll.
Nicht ganz zufällig treffen Rachel und Ben sich wieder. Zum Verdruss von Bens Frau Olivia und Simon, der sich insgeheim zu Rachel hingezogen fühlt, stellt sich zwischen den beiden schnell wieder das Gefühl alter Vertrautheit ein. Auch für Rachel bedeutet das neues Gefühlschaos, gerade nach der Trannung von Rhys. Doch sie hat Ben nie ganz vergessen können, nachdem, was an der Uni passiert ist und wie es zwischen ihnen auseinander gegangen ist. Dass Ben und sie sich jetzt öfter sehen, verstärkt Rachels Gefühle, die sie während ihrer letzten Beziehung immer im Hinterkopf verschlossen hat.
Auch Ben werden seine unterdrückten Gefühle wieder bewusst, aber er ist nicht gewillt, sein Leben und seine Ehe aufs Spiel zu setzen, für etwas, was schon vor zehn Jahren für ihn unerreichbar war.
Ben und Rachel sehen sich immer öfter, bis Ben zurück nach London muss, Olivia hinterher um seine Beziehung zu retten…

Mhairi McFarlane hat eine wundervolle Art so eine Liebesgeschichte zu schreiben. Mit so viel Homur, aber auch Aufregung rechnet man in Frauenromanen selten.
Durch Rachel hat sie eine Protagonistin erschaffen, die zwar etwas naiv ist, aber deren Gefühle so stark und die die Welt mit so viel Witz ansieht, dass sie einzigartig ist. Man kann gar nicht anders, als sich in sie zu verlieben!
Rachel erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht. Die Dialoge, vor allem mit ihr als Gesprächspartnerin sind witzig und einfallsreich.
Zwischen Rachel und Ben besteht ein Band, dass auch nach zehn Jahren noch so stark ist, dass sie sich sofort wieder blind verstehen. Das merkt man als Leser sogleich.
Der Aufbau des Buches ist auch sehr gut durchdacht. Es gibt einen Prolog, in dem Rachel und Ben als Studenten vorgestellt werden. Dann folgen in unregelmäßigen Abständen Kapitel aus der Gegenwart und aus der Vergangenheit, die aber keine Verwirrung zulassen. Stück für Stück kommt der Leser dem Geheimnis näher, bis er es wirklich unbedingt wissen will. Und die Szene, die diese verhängnisvolle Nacht beschreibt, kommt auf keinen Fall zu früh oder zu spät!
Das Buch ist so erfrischend und kurzweilig, aber auch aufregend und mitreißend. Obwohl ich vorher einige Bedenken hatte, betreffs des Titels mit dem es so oft verglichen wird („Zwei an einem Tag“), muss ich sagen, es ähnelt sich wenn überhaupt nur in der Grundthematik (Freundschaft zur Studienzeit…). „Wir in drei Worten“ ist ein wunderbar leichtes Buch. Da es McFarlanes Debüt ist, hoffe ich, dass es bald noch mehr Lesestoff von ihr gibt, bei dem man so schön mitfühlen kann!

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Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

9783492963671

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert
Joel Dicker
Piper Verlag
978-3-492-05600-7
22,99€ (HC)

„Das letzte Kapitel eines Buches, Marcus, muss immer das Schönste sein.“

2008. Die Kleinstadt Aurora an der Ostküste der USA hält den Atem an. Im Garten des zurückgezogen lebenden Schriftstellers Harry Quebert wird die seit dreiunddreißig Jahren vermisste 15jährige Nola Kellergan aufgefunden – tot. Und sofort steht natürlich Harry unter Mordverdacht.
Was ist damals vor so vielen Jahren passiert?
Marcus Goldman macht sich auf die Suche nach Harrys Geschichte. Denn Harry hat dem jungen Schriftsteller alles über das Schreiben beigebracht, er war sein Mentor. Marcus und Harry stehen sich sehr nahe, für Marcus ist der Schriftsteller der einzige Freund, der ihm wirklich etwas bedeutet. Das wird ihm vor allem bewusst, als er nach dem grandiosen Erfolg seines ersten Buches in einer Schreibblockade landet. Er hat Harry in der Zeit seines größten Ruhmes sträflich vernachlässigt. Als Marcus dann noch von dem Leichenfund in Harrys Garten hört, macht er sich sofort auf den Weg nach Aurora.
Was er dort ent- und aufdeckt ist im ersten Moment so unglaublich, wie aufwühlend. Harry der zu Zeit von Noals Verschwinden Anfang Dreißig war, hatte eine Liebesbeziehung zu der 15jährigen. Als das an die Öffentlichkeit gelangt, ist es in Aurora mit dem Ansehen des Schriftstellers dahin, der Verdacht gegen ihn verhärtet sich.
Auch Marcus ist erst skeptisch gegenüber dieser Geschichte.  Nach vielen Gesprächen mit Harry kommt er schließlich zu den Schluss, dass es wirklich eine wahre unerschüttleriche aber verbotene Liebe zwischen den beiden gegeben haben muss. Harry und Nola wollten sogar zusammen durchbrennen um irgendwo mit ihrer Liebe leben zu können.
Am Abend des 30. August 1975 waren sie in einem Motel verabredet um zu verschwinden. Doch Nola tauch nicht auf. Der nächste Morgen bringt dann Ernüchterung, nola hat ihn nicht versetzt, sie ist Verschwunden. Er kann nicht glauben, dass sie einfach von ihm gegangen ist, er kann sich nicht erklären, was mit Nola passiert ist. Er beschließt auf sie zu warten.
Nur was ist an diesem 30. August wirklich geschehen? Marcus Goldman will Harrys Unschuld unbedingt beweisen und beginnt in der Vergangenheit zu stöbern. Nicht alles, was er erfährt und ans Tageslicht befördert, macht ihn in der kleinen Stadt zu einem beliebten Gast. Ihm werden immer wieder Steine in den Weg gelegt. Seine Ermittlungen gehen in alle denkbaren Richtungen, Marcus lässt (fast) keinen Gedankengang unbedacht. Wer aber will verhindern, dass er etwas über Nolas Verschwinden in Erfahrung bringt?
Marcus schafft es schließlich alle Hindernisse zu überwinden, dank Harry und seinem Glauben an ihn und beider Leidenschaft für das Boxen.
Die Wahrheit über Harry, Nola und die Bewohner Auroras ist überraschend und erschreckend zugleich und ganz anders, als man es vielleicht versucht, anzunehmen. Und auch Harry birgt noch ein tiefes fast unverzeihliches Geheimnis.

Joel Dicker hat einen Roman geschrieben, der einen an das Unmögliche glauben lässt. Es ist eine Komposition, eine Dichtung über das Schreiben, über Wahrheit, ein Kriminalroman und eine Geschichte über die Liebe und den unglaublichen Mut und Zusammenhalt zweier Männer.
Der Autor hat eine so dichte Geschichte komponiert, dass man abwchselnd meint, mit drin zu stecken oder dass die ganze Handlung wirklich geschehen ist.
Trotz der großen Seitenzahl (unglaublichen 719!!!) möchte man das Buch einfach nicht weglegen, man fiebert jedem Kaiptel entgegen.
Die unglaubliche Masse an Charakteren wirkt keinesfalls verwirrend. Jede der Figuren ist ganz klar personalisiert und hebt sich unverwechselbar von den anderen ab. Ich finde es toll, wie ähnlich Harry und Marcus sich sind und doch jeder sein ganz eigener Mensch ist, niemals ein Abklatsch des anderen. Auch Nola ist eine so vielschichtige Person, die sich nur schwer in Worte fassen lässt, wenn man das Geheimnis um sie noch ein bisschen wahren möchte.
Die Geheimnisse, die Marcus währen seiner Recherche zutage fördert, sind auf jeden Fall total überraschend – man muss ab und zu tief Luft holen, um alles zu verarbeiten –  aber niemals unglaubwürdig.
Auch sprachlich ist das Buch eine Wucht! Eine einfache und klare Sprache und doch so poetisch. Joel Dicker hat seine 31 Kapitel abwärts nummeriert, von der Unkenntnis zu Wahrheit. Zu Beginn eines Kapitel steht immer ein kurzer Abriss aus Marcus Lernphase bei Harry als Schriftsteller. Unter diesem Abriss ergibt sich dann auch thematisch das Kapitel. Die Handlung wird größtenteils von Marcus und Harry erzählt, aber auch viele der anderen Personen kommen ab und an zu Wort; eine Geschichte aus vielen Perspektiven.
Die Erzählung springt in keinerlei Ordnung durch die verschiedenen Zeiten in der die Geschichte spielt. Aber vor allem durch Marcus schafft es Joel Dicker, den Leser direkt an den Gefühlen des Protagonisten teilhaben zu lassen.

Ich habe selben bei einem Buch so viel mitgelitten, gehofft, geliebt, verstanden, wie bei diesem Roman. Und ich muss sagen, es steht ja mittlerweile wirklich viel Mist auf den Bestsellerlisten, aber dieses Buch hat seinen Platz und den Hype drumherum wirklich verdient. Es ist nicht an einem Moment langweilig, man sehnt die Aufklärung mit Spannung und Neugier herbei, ebenso, wie man will, dass es nie endet.
Der Glauben an die Liebe und an das Gute im Menschen wird geheilt und zerstört während der Lektüre, aber sie weckt die Lust darauf, seinen Weg so zu gehen, wie man das selber will, ohne Diskussion und reinreden – und die Lust auf’s Leben.

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Interview mit Annika Bühnemann

profilbildAm 12. Juli diesen Jahres landete eine überraschende und wundervolle Nachricht in meinem E-Mail-Postfach. Annika Bühnemann, die Autoren von „Auf die Freundschaft“, hat bei mir angefragt, ob ich ihren Debütroman rezensieren möchte.
Zu dieser Zeit war mein Blog noch nicht einmal zwei Monate alt. Ich schrieb, was mir über die Bücher, die ich las, auf dem Herzen lang, mal mehr, mal weniger gut; qualitativ.
Natürlich hab ich die Chance ergriffen und zugesagt! Da ich keinen E-Book-Reader besaß (und besitze!) musste ich noch bis August auf mein Buch warten, dass es dann bei Amazon zu kaufen gab. Meine Aufregung hat sich bis dahin natürlich ins Unermessliche gesteigert und ich habe mir verboten, andere Rezensionen über das Buch zu lesen, um mich ganz frei darauf einzulassen – trotz meiner Neugier!
Heute möchte ich ein paar Fragen an Annika Bühnemann loswerden, damit ihr sie und ihr Buch noch ein bisschen besser kennenlernen könnt!

Liebe Annika, das hier ist jetzt die ganz obligatorische Anfangsfrage: Wie bist Du zum Schreiben gekommen? Was machst du beruflich (wenn Du nicht gerade schreibst)?
Ich habe schon als Kind angefangen, mir Geschichten auszudenken und wollte gern Autorin werden – nur reden Erwachsene einem so kreative Berufe grundsätzlich aus 😉 Ich habe also den Gedanken verworfen und „etwas Ordentliches“ studiert (International Business Administration) und arbeite in der Marketingabteilung eines Messgeräteherstellers.
Richtig professionell angefangen zu schreiben habe ich erst 2012, als ich ein altes Manuskript von mir wiederentdeckt habe. Ich habe mir Schreibratgeber bestellt und mich im Internet über Theorien zum Romanschreiben informiert. So bin ich dann zum professionellen Schreiben gekommen.

Dein Buch gibt es seit August bei Amazon. Wie macht es sich auf dem großen Markt der Bücher?
Es ist unheimlich gut gestartet – auf Platz 14 aller bei Amazon verkauften Bücher in nur drei Wochen, im Bereich Humor konnte ich sogar bis auf Platz 3 vordringen. Klar, es gibt Autoren, die noch bessere Platzierungen schaffen, aber ich fand das in Anbetracht der Tatsache, dass es mein erstes Buch ist und ich gerade erst wenige Monate Erfahrung hatte schon beträchtlich.
Da jede Woche unzählige neue Titel hochgeladen und veröffentlicht werden, und ich durch meine Flitterwochen kein Intertnet hatte, um weiter Werbung zu machen, ist es dann in die 2000er-Ränge abgerutscht. Im Bereich Humor mische ich aber seit der Veröffentlichung in den Top 100 mit.

Warum, denkst Du, lieben die Leserinnen Dein Buch?
Weil jeder von uns sich mit dem Thema Freundschaft identifizieren kann. Wenn jemand das Glück hat, richtig gute, zuverlässige Freunde zu haben, kann sie mit den Figuren mitfühlen und die eigene Freundschaft bewusst wertschätzen. Wer keine richtig guten Freundinnen hat, der hat wenigstens Teil an der Freundschaft von Claudia, Maria, Hannah und Karin. Außerdem wird der ewige „Frauen gegen Männer“-Kampf ausgefochten, bei dem sich die Leserinnen natürlich auf die Seite der Frauen stellen.

Wie lange hast Du an „Auf die Freundschaft“ geschrieben?
Also den Rohentwurf hatte ich innerhalb von sechs Wochen fertig, aber dann folgten viele Monate der Überarbeitung, in den Szenen verworfen, umgeschrieben oder neu konstruiert wurden. Insgesamt würde ich sagen, dass ein gutes Dreivierteljahr dabei draufgegangen ist – und dann folgten das Setzen des Taschenbuchs und die Veröffentlichung.

Hast Du einen genauen Plan für’s Schreiben oder ist es eher so, dass Du Lust und Laune haben musst um Dich daran zu setzen?
Ich nehme mir immer vor, jeden Tag ein bisschen zu Schreiben, aber es gelingt nicht immer. Ich drücke mich auch manchmal, wenn ich weiß, dass eine unangenehme Szene ansteht. Wie bei jeder x-beliebigen Arbeit ist es schon so, dass man sich manchmal auch selbst motivieren muss, loszulegen. Wenn ich erstmal angefangen habe, macht es auch tierisch Spaß und ihc kann stundenlang schreiben. Da ich mir selbst Termine setze (z.B. wann das Manuskript zu Lektor muss), kann ich nicht immer nur aus Spaß an der Freude, wenn ich gerade Lust habe, schreiben. Sonst wer ich nie fertig!

Wie bist Du auf die Geschichte über die vier Freundinnen gekommen?
Ich hab mich einfach gefragt, wenn vier ganz unterschiedliche Frauen miteinander befreundet wären. Wo würden sie sich zoffen, warum wären sie überhaupt miteinander befreundet? Wo endet die Toleranzgrenze des Einen und wo beginnt das Verständnis füreinander? Wer würde seine Freundin dabei unterstützen, eine Affäre zu beginnen, einfach nur um sich sexuell auszuleben? Wer fände das undenkbar? Daraus entstanden die Figuren und anschließend die Geschichte drumherum.

Könntest Du dir vorstellen auch in einem anderen Genre als ChickLit bzw. Frauenliteratur zu schreiben?
Ja, das könnte ich! Fantasy finde ich wunderbar, weil es einen so schön vom Alltag entrücken kann und weil alles möglich ist. Auch Kinder- und Jugendbücher finde ich interessant, da ich privat auch mit Kindern zu tun hab und ihnen oft Geschichten erzahle. Was ich überhaupt nicht kann, sind Thriller und Krimis, da fehlt es mir völlig an Inspiration. Und für historische Rimane bin ich einfach zu faul zum Recherchieren, gebe ich ehrlich zu.

Anfang Dezember hast Du Deine erste Blogtour veranstaltet. Was sagst du abschließend darüber? Was hast du an neuen Erfahrungen gesammelt?
Ich habe mich über jeden einzelnen gefreut, der mitgemacht hat! Die Ankündigungen und Bilder wurden von vielen geteilt und gesehen, viele haben mich unterstützt, das hat echt Spaß gemacht. Die viel Bloggerinnen haben mir die Zusammenarbeit sehr leicht gemacht. Durchweg eine positive Erfahrung! Bei meinem nächsten Buch möchte ich auf jeden Fall wieder eine Blogtour machen!

Lassen sich Schreiben, Arbeit und Privatleben unter einen Hut bringen?
Schwierig, wenn man allem gerecht werden will. Meine Herausforderung ist, dass ich mich zusätzlich noch ehrenamtlich in der Kirch engagiere und somit drei bis vier Mal in der Woche abends nicht zu Hause bin. Ich fahre 180 km am Tag zur Arbeit hin und zurück, das sind gut drei Stunden Zeitverlust – und im Auto schreibt oder liest es sich natürlich auch schlecht. Von daher lassen sich Schreiben, Arbeit und Privatleben nur unter einen Hut bringen, indem man auf Freizeit verzichtet. Ich lese kaum noch Bücher oder gucke Filme. Dafür fühlt sich das Schreiben nicht wie Arbeit an, sondern entspannt mich zu einem Großteil. Mein Mann ist mir hier eine riesige Hilfe, da er mir den Rücken freihält, sodass ich in Ruhe schreiben kann.

Was machst Du am allerliebsten in Deiner Freizeit?
Wie gesagt, meine Freizeit besteht im Wesentlichen aus dem Schreiben – aber wenn ich Urlaub hätte und somit auch Freizeit, würde ich am liebsten lange schlafen, ausgiebig frühstücken und viel lesen. Ein bisschen mit meinem Hund zu arbeiten wäre auch nicht schlecht – sie ist die Clicker-Königin schlechthin – und abends würde ich dann mit meinem Mann Zeit verbringen, einen Film gucken und Pizza bestellen.

Was liest du gern?
Ich liebe Thriller, die so richtig spannend geschrieben sind, aber ohne Splatter (also kein Horror). Psychische Spannung finde ich unheimlich fesselnd und kann dabei so richtig abschalten. Natürlich lese ich auch Liebesromane und ja, ich habe auch Twilight gelesen und fand es wunderbar. Meine Lieblingsbücher sind die Harry-Potter-Bücher, auch weil sie auch schriftstellerischer Sicht so anschaulich aufgebaut sind.
Was ich noch nie gelesen habe, sind historische Romane (außer Jane Austen gehört dazu, aber das ist wohl eher Liebesroman, oder?).

Ich weiß ja schon, dass im nächsten Jahr Dein zweites Buch herauskommen soll. Verrätst Du mir und Deinen und meinen Lesern schon ungefähr, wann? Möchtest Du schon ein bisschen was darüber verraten?
Da kann ich mehr als gerne etwas zu sagen: Ich habe Anfang Dezember die freudige Nachricht erhalten, dass mein neues Buch beim Verlag DroemerKnaur erscheinen wird und zwar im Juni 2014. Ich gehe also unter die sogenannten Hybrid-Autoren, die sowohl mit als auch ohne Verlag veröffentlichen.
Inhaltlich wird es um eine Braut und ihre Hochzeitsplanung gehen, in die man sich bekanntlich sehr hineinsteigern kann.

Letzte Frage: Wenn Du auf eine einsame Insel müsstest und es Dir erlaubt ist, drei Dinge mitzunehmen, was wäre das?
Meinen Mann (wenn der als Ding zählt), eine Bibel und einen Arztkoffen (oh Gott, bin ich pragmatisch veranlagt…). Vielleicht wäre es cooler, wenn ich sage: Einen Notizblock, einen Stift und Süßigkeiten (aber in Echt würde ich trotzdem die ersten drei mitnehmen).

Danke Annika für die Beantwortung meiner vielen Fragen.
Ich freu mich schon wie verrückt auf Dein neues Buch nächstes Jahr!
http://www.annikabuehnemann.de/

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Auf die Freundschaft!

Das ist meine erste Rezension, die ich auf Anfrage schreibe. Vor ein Wochen bekam ich eine überraschende E-Mail von Annika, in der sie mich fragte, ob ich ihren Debütroman rezensieren möchte. Natürlich habe ich sofort zugesagt und ich habe es nicht bereut…

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Annika Bühnemann
Auf die Freundschaft!
9781490425115
CreateSpace Independent Publishing Platform
7,99€
Das E-Book könnt ihr bestellen!

Claudia ist geschockt: Sie erwischt ihren Mann Ken in seinem Büro bei einem Schäferstündchen mit der Assistentin. Und das nun schon zum zweiten Mal!
Sie hat genug und packt ihre Sachen, um mit ihrem fünfzehnjährigen Sohn Mike wieder nach Deutschland zu gehen.
Ken und Claudia hatten sich vor siebzehn Jahren in Deutschland das Ja-Wort gegeben und sind danach in seine Heimat gegangen um dort zu leben.
Als Claudia und Mike am Flughafen ankommen, werden sie von einer Gruppe Frauen begrüßt: Maria, Karin und Hannah. Das sind Claudias beste Freundinnen, mit deren Unterstützung sie sich ein neues Leben aufbauen will.
Das funktioniert auch ziemlich gut, Hannah und Karin haben sich um eine kleine aber feine Wohnung für die beiden gekümmert, in die sie sofort einziehen können. Claudia findet schnell eine Stelle als Sekretärin an Mikes neuer Schule.
Dort geraten dann ihre Gefühle das erste Mal durcheinander. Schon beim Vorstellungsgespräch fällt ihr auf, wie attraktiv der Schulleiter Lutz Wantisek ist, der sie auch offensichtlich anflirtet. Nach einem Theaterbesuch beginnen sie eine Affäre. Bei Lutz fühlt sich Claudia geborgen, kann sich gut unterhalten und fängt an, hoffend in die Zukunft zu schauen.
Als Claudia nach einem Wellnesswochenende mit ihren Freundinnen nach Hause kommt findet sie nicht nur Mike in ihrer Wohnung vor sondern auch Ken. Sofort ist eine alte Anziehungskraft wieder da, doch sie entschließt sich gegen ihre Gefühle anzukämpfen. Sie erzählt Ken von ihrer „Beziehung“ mit Lutz, doch Ken bleibt hartnäckig, bringt ihr ständig Blumen mit, lässt sich nach Deutschland versetzen und sucht sich sogar eine Wohnung um bei seiner Familie zu bleiben. Claudia ist von ihren Gefühlen irritiert und beginnt, an ihrer Beziehung mit Lutz zu zweifeln.
Zu Ablenkung lädt Hannah die Frauen-Clique zu einem Beusch im Theater ein, der in einem Desaster endet. Eine Reihe hinter ihnen sitzt nämlich Lutz mit seiner Frau. Claudia ist verletzt und wütend und hat einen schweren Verkehrsunfall. Ken kümmert sich rührend um sie und um Mike. Sie künfigt ihren Job in der Schule.
So langsam beginnen Claudia und Ken sich wieder näherzukommen, bis es offziell wird: Claudia und Lutz sind Geschichte, Ken bekommt seine zweite Chance!
Zuerst ist alles wunderschön und Claudia hat die rosarote Brille auf. Sie zieht mit Ken zusammen und werden wieder eine Familie.
Ken arbeitet viel und Claudia versucht neues Vertrauen aufzubauen. Doch als er an einem Wochenende zu einem Geschäftstermin fahren will, fliegt alles auf. Sein angeblicher Zug verunglückt, doch als Claudia in erreichen will, weiß er gar nichts von einem Zugunglück. Es stellt sich heraus, dass er in die ganz andere Richtung gefahren ist, um bei einer Frau zu sein.
Die Mädels wollen Rache. Also denken sie sich einen ausgefuchsten Plan aus, um Ken „seine Männlichkeit zu nehmen“. Sie stellen ihn als schwul dar, doch am Ende läuft die ganze Aktion ziemlich aus dem Ruder…

Annika Bühnemanns Roman hat mich gleicht überzeugt. Ich mag die spannende Handlung, die vielen Dinge, die Claudia mehr oder weniger zufällig passieren und die unterschiedlichen Charaktere der Freundinnen, die eine existentielle Rolle für Claudia spielen.
„Auf die Freundschaft!“ ist ein tolles Buch für den Urlaub, es amüsiert und zaubert einem ein Lächeln auf das Gesicht. Auch sprachlich ist es prägnant, kurz und einfallsreich geschrieben. Die Protaginsten sind allesamt authentisch und man kann sich als Leser wirklich gut vorstellen, dass einem das alles selbst mal passieren könnte.
Im Sommer 2014 soll es einen neuen Roman geben und der ist gleich nach dem Auslesen des Buches auf meiner Wunschliste gelandet.

Annika Bühnemann, geboren 1987, hat in Oldenburg und Durham International Business studiert und arbeitet in einem internationalen Unternehmen als Merketeer. Bereits in der Grundschule nahm sie sich fest vor, später Autorin zu werden und erfüllte diesen Wunsch 2013. Mit ihrem mann und ihrem Pudel wohnt sie in Brake in der Wesermarsch.

Mehr zu Annika Bühnemann findet ihr hier!