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Lesefrüchtchen #10

Du bist so vertieft darin, du zu sein, dass du keine Ahnung hast, wie absolut nie dagewesen du bist.

Hat das flüchtige Aufflackern von Bedeutung, das die Kunst beschert, in Anbetracht der Nichtigkeit unseres täglichen Kampfes überhaupt einen Wert?

Aus Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green

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Singe, fliege, Vöglein stirb

7025

Singe, fliege, Vöglein stirb
Janet Clark
Loewe Verlag
978-3-7855-7752-312,00€

Ina und Aaron sind frisch verliebt. Es schein alles perfekt, würde Ina nicht die Leiche von Aarons Nachhilfe-Schülerin finden und beide sich nicht in ein Netz aus Lügen verstricken, obwohl sie sich nur gegenseitig unterstützen wollen.
Aaron gerät immer mehr ins Visier der Polizei und eines starrköpfigen Kommissars. Ina ist überzeugt, dass Aaron es nicht gewesen ist und verteidigt ihn vehement, auch im Internet. Daraufhin zieht ein riesiger Shitstorm über sie, ihre Familie und Aaron hinweg. Sie ahnt nicht, dass sie sich damit selbst zum gefundenen Futter für die Polizei macht. Der ermittelnde Kommissar macht mächtig Druck auf Ina, bis sie bald keinen Ausweg mehr sieht und untertaucht. Ihre Hilflosigkeit treibt sie in die Arme eines alten bekannten, dem sie noch einen Gefallen schuldig ist. Sie versuchen gemeinsam herauszufinden, wer das junge Mädchen umgebracht hat und warum. Auch Aaron ermittelt selbst mit seinem besten Freund.
Doch als am Ende die Wahrheit ans Licht kommt, stürzen alle Beteiligten richtig in Gefahr.

Singe, fliege, Vöglein stirb ist Janes Clarks dritter Thriller für Jugendliche. Von ihren ersten beiden Büchern (Schweig still, süßer Mund und Sei lieb und büße) war ich schon total begeistert! Und auch dieses Mal war ich total gefesselt von der Geschichte. Die Autorin schafft es wircklich einen tollen Spannungsbogen zu ziehen, der Thriller ist von vorn bis hinten ausgeklügelt und fesselnd.
Ich kann die Jugendbucher von Janet Clark wirklich jedem ans Herz legen, der Spannung liebt und Überraschungsmomente. Sie greift in ihren Büchern wirklich wichtige und interessante Themen für Jugendliche auf, Dinge, die in deren Welt wirklich eine Rolle spielen: Internet, Handys, Freundschaft, Verliebtsein, Eifersucht – und das ganz ungekünstelt, sondern wahr.

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Das also ist mein Leben

Das also ist mein Leben von Stephen Chbosky

Das also ist mein Leben
Stephen Chbosky
978-3-453-26751-0
Heyne Verlag
12,99€

„Wir nehmen die Liebe an, von der wir glauben, dass wir sie verdienen, Charlie.“

Am Tag vor seinem ersten Tag in der Highschool beginnt Charlie Briefe zu schreiben. Wer der Empfänger ist, weiß niemand. Aber schon nach dem ersten oder zweiten Brief weiß man, warum er schreibt. Er wird in der neuen Schule von der vollen Ladung Leben erwischt.
Charlie ist ein bisschen anders, als die jungen Menschen um ihn herum. Er beobachtet viel und merkt sich alles, winzige Kleinigkeiten, die niemandem auffallen würden, würde Charlie nicht darüber schreiben.
Bevor er auf die Highschool kam hatte er nur einen Freund, Michael, der sich aber im Sommer umbringt.
Charlie ist also allein.
Aber es gibt da seinen neuen Englischlehrer, zu dem er außerhalb des Unterrichts Bill sagen darf und der in ihm sein Talent, Texte zu schreiben und seine enorme Auffassungsgabe erkennt. Bill versorgt Charlie mit seinen Lieblingsbüchern, wozu Charlie Aufsätze schreiben soll. Es entsteht eine enge Bindung zwischen beiden, ein bisschen wie Freundschaft.
Und dann gibt es da noch Patrick und Sam. Sie sind Geschwister, in der Abschlussklasse und werden Charlies beste Freund. Charlie bewundert Patrick und empfindet für Sam sehr viele große Gefühle.
Patrick und Sam bringen Charlie bei, „teilzunehmen“ und nicht nur zu beobachten. In diesem Highschooljahr beschäftigen Charlie alle Facetten des Lebens: Mädchen, Partys, Enttäuschungen, und er versucht irgendwo mittendrin seinen Platz zu finden.
In Charlies ganzem Denken und Fühlen liegen tiefe Traurigkeit und Schwere, aber auch unendliche Grenzenlosigkeit. Manchmal möchte man ihn an den Schultern packen und schütteln und sagen „hör auf zuzusehen, TU etwas“.
Charlie ist wundervoll.

Stephen Chbosky hat mich mit seinem Briefroman sehr berührt. Ich habe all die Figuren lieben gelernt; Sam, Patrick, Bill und vor allem Charlie. Er ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ich habe das Gefühl, ich war dabei und habe mit Charlie das Leben entdeckt und die Freundschaft und die Liebe und das Gefühl grenzenlos zu sein, unwissend und genau so naiv wie er.
Anfang dachte ich auch, für einen fast sechzehnjährigen schreibt Charlie ganz schön kindische Briefe. Aber er schreibt nicht kindisch, das habe ich spätestens erkannt, als Patrick und Sam dazukommen. Er schriebt einfach genau das, was er fühlt, was er denkt, wie ihn das Leben beschäftigt. Und vielleicht, nur ganz nebenbei, ist genau das das Geheimnis des Schreibens.
Charlie birgt auch noch ein Geheimnis. Es ist seine zurückgezogene, passive Art, die einen manchmal wirklich stutzen lässt. Aber sein ganzes Sein, diese ab uns zu befremdliche Art liegt in einer Erinnerung begraben, die aus frühster Kindheit stammt und ihm einfach lange Zeit nicht bewusst ist.

Das also ist mein Leben ist ein so wunderschönes Buch, es berührt und lässt den Leser mitleben, Charlie wird irgendwann ein Teil vom Leser. Dieses Buch schreibt das Gefühl von himmelhochjauchzend und zutodebetrübt neu, es ist grenzenlos, aber auch unendlich traurig.

Eines der besten Bücher, welches ich bis jetzt gelesen hab!

Es gibt auch schon einen Film dazu.

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Lesefrüchtchen #6

Ich meine, es ist nicht so wie in den Filmen, wo die Mädchen auf irgendwelche Arschlöcher stehen. So ist es nicht. Sie wollen jemanden, der den Dingen einen Sinn verleiht.

Die Art von Schönheit, die sich selbst nicht so wichtig nimmt.

Wir akzeptieren das, was wir zu verdienen glauben.

aus Das also ist mein Leben von Stephen Chbosky

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