Interview mit Annika Bühnemann

profilbildAm 12. Juli diesen Jahres landete eine überraschende und wundervolle Nachricht in meinem E-Mail-Postfach. Annika Bühnemann, die Autoren von „Auf die Freundschaft“, hat bei mir angefragt, ob ich ihren Debütroman rezensieren möchte.
Zu dieser Zeit war mein Blog noch nicht einmal zwei Monate alt. Ich schrieb, was mir über die Bücher, die ich las, auf dem Herzen lang, mal mehr, mal weniger gut; qualitativ.
Natürlich hab ich die Chance ergriffen und zugesagt! Da ich keinen E-Book-Reader besaß (und besitze!) musste ich noch bis August auf mein Buch warten, dass es dann bei Amazon zu kaufen gab. Meine Aufregung hat sich bis dahin natürlich ins Unermessliche gesteigert und ich habe mir verboten, andere Rezensionen über das Buch zu lesen, um mich ganz frei darauf einzulassen – trotz meiner Neugier!
Heute möchte ich ein paar Fragen an Annika Bühnemann loswerden, damit ihr sie und ihr Buch noch ein bisschen besser kennenlernen könnt!

Liebe Annika, das hier ist jetzt die ganz obligatorische Anfangsfrage: Wie bist Du zum Schreiben gekommen? Was machst du beruflich (wenn Du nicht gerade schreibst)?
Ich habe schon als Kind angefangen, mir Geschichten auszudenken und wollte gern Autorin werden – nur reden Erwachsene einem so kreative Berufe grundsätzlich aus 😉 Ich habe also den Gedanken verworfen und „etwas Ordentliches“ studiert (International Business Administration) und arbeite in der Marketingabteilung eines Messgeräteherstellers.
Richtig professionell angefangen zu schreiben habe ich erst 2012, als ich ein altes Manuskript von mir wiederentdeckt habe. Ich habe mir Schreibratgeber bestellt und mich im Internet über Theorien zum Romanschreiben informiert. So bin ich dann zum professionellen Schreiben gekommen.

Dein Buch gibt es seit August bei Amazon. Wie macht es sich auf dem großen Markt der Bücher?
Es ist unheimlich gut gestartet – auf Platz 14 aller bei Amazon verkauften Bücher in nur drei Wochen, im Bereich Humor konnte ich sogar bis auf Platz 3 vordringen. Klar, es gibt Autoren, die noch bessere Platzierungen schaffen, aber ich fand das in Anbetracht der Tatsache, dass es mein erstes Buch ist und ich gerade erst wenige Monate Erfahrung hatte schon beträchtlich.
Da jede Woche unzählige neue Titel hochgeladen und veröffentlicht werden, und ich durch meine Flitterwochen kein Intertnet hatte, um weiter Werbung zu machen, ist es dann in die 2000er-Ränge abgerutscht. Im Bereich Humor mische ich aber seit der Veröffentlichung in den Top 100 mit.

Warum, denkst Du, lieben die Leserinnen Dein Buch?
Weil jeder von uns sich mit dem Thema Freundschaft identifizieren kann. Wenn jemand das Glück hat, richtig gute, zuverlässige Freunde zu haben, kann sie mit den Figuren mitfühlen und die eigene Freundschaft bewusst wertschätzen. Wer keine richtig guten Freundinnen hat, der hat wenigstens Teil an der Freundschaft von Claudia, Maria, Hannah und Karin. Außerdem wird der ewige „Frauen gegen Männer“-Kampf ausgefochten, bei dem sich die Leserinnen natürlich auf die Seite der Frauen stellen.

Wie lange hast Du an „Auf die Freundschaft“ geschrieben?
Also den Rohentwurf hatte ich innerhalb von sechs Wochen fertig, aber dann folgten viele Monate der Überarbeitung, in den Szenen verworfen, umgeschrieben oder neu konstruiert wurden. Insgesamt würde ich sagen, dass ein gutes Dreivierteljahr dabei draufgegangen ist – und dann folgten das Setzen des Taschenbuchs und die Veröffentlichung.

Hast Du einen genauen Plan für’s Schreiben oder ist es eher so, dass Du Lust und Laune haben musst um Dich daran zu setzen?
Ich nehme mir immer vor, jeden Tag ein bisschen zu Schreiben, aber es gelingt nicht immer. Ich drücke mich auch manchmal, wenn ich weiß, dass eine unangenehme Szene ansteht. Wie bei jeder x-beliebigen Arbeit ist es schon so, dass man sich manchmal auch selbst motivieren muss, loszulegen. Wenn ich erstmal angefangen habe, macht es auch tierisch Spaß und ihc kann stundenlang schreiben. Da ich mir selbst Termine setze (z.B. wann das Manuskript zu Lektor muss), kann ich nicht immer nur aus Spaß an der Freude, wenn ich gerade Lust habe, schreiben. Sonst wer ich nie fertig!

Wie bist Du auf die Geschichte über die vier Freundinnen gekommen?
Ich hab mich einfach gefragt, wenn vier ganz unterschiedliche Frauen miteinander befreundet wären. Wo würden sie sich zoffen, warum wären sie überhaupt miteinander befreundet? Wo endet die Toleranzgrenze des Einen und wo beginnt das Verständnis füreinander? Wer würde seine Freundin dabei unterstützen, eine Affäre zu beginnen, einfach nur um sich sexuell auszuleben? Wer fände das undenkbar? Daraus entstanden die Figuren und anschließend die Geschichte drumherum.

Könntest Du dir vorstellen auch in einem anderen Genre als ChickLit bzw. Frauenliteratur zu schreiben?
Ja, das könnte ich! Fantasy finde ich wunderbar, weil es einen so schön vom Alltag entrücken kann und weil alles möglich ist. Auch Kinder- und Jugendbücher finde ich interessant, da ich privat auch mit Kindern zu tun hab und ihnen oft Geschichten erzahle. Was ich überhaupt nicht kann, sind Thriller und Krimis, da fehlt es mir völlig an Inspiration. Und für historische Rimane bin ich einfach zu faul zum Recherchieren, gebe ich ehrlich zu.

Anfang Dezember hast Du Deine erste Blogtour veranstaltet. Was sagst du abschließend darüber? Was hast du an neuen Erfahrungen gesammelt?
Ich habe mich über jeden einzelnen gefreut, der mitgemacht hat! Die Ankündigungen und Bilder wurden von vielen geteilt und gesehen, viele haben mich unterstützt, das hat echt Spaß gemacht. Die viel Bloggerinnen haben mir die Zusammenarbeit sehr leicht gemacht. Durchweg eine positive Erfahrung! Bei meinem nächsten Buch möchte ich auf jeden Fall wieder eine Blogtour machen!

Lassen sich Schreiben, Arbeit und Privatleben unter einen Hut bringen?
Schwierig, wenn man allem gerecht werden will. Meine Herausforderung ist, dass ich mich zusätzlich noch ehrenamtlich in der Kirch engagiere und somit drei bis vier Mal in der Woche abends nicht zu Hause bin. Ich fahre 180 km am Tag zur Arbeit hin und zurück, das sind gut drei Stunden Zeitverlust – und im Auto schreibt oder liest es sich natürlich auch schlecht. Von daher lassen sich Schreiben, Arbeit und Privatleben nur unter einen Hut bringen, indem man auf Freizeit verzichtet. Ich lese kaum noch Bücher oder gucke Filme. Dafür fühlt sich das Schreiben nicht wie Arbeit an, sondern entspannt mich zu einem Großteil. Mein Mann ist mir hier eine riesige Hilfe, da er mir den Rücken freihält, sodass ich in Ruhe schreiben kann.

Was machst Du am allerliebsten in Deiner Freizeit?
Wie gesagt, meine Freizeit besteht im Wesentlichen aus dem Schreiben – aber wenn ich Urlaub hätte und somit auch Freizeit, würde ich am liebsten lange schlafen, ausgiebig frühstücken und viel lesen. Ein bisschen mit meinem Hund zu arbeiten wäre auch nicht schlecht – sie ist die Clicker-Königin schlechthin – und abends würde ich dann mit meinem Mann Zeit verbringen, einen Film gucken und Pizza bestellen.

Was liest du gern?
Ich liebe Thriller, die so richtig spannend geschrieben sind, aber ohne Splatter (also kein Horror). Psychische Spannung finde ich unheimlich fesselnd und kann dabei so richtig abschalten. Natürlich lese ich auch Liebesromane und ja, ich habe auch Twilight gelesen und fand es wunderbar. Meine Lieblingsbücher sind die Harry-Potter-Bücher, auch weil sie auch schriftstellerischer Sicht so anschaulich aufgebaut sind.
Was ich noch nie gelesen habe, sind historische Romane (außer Jane Austen gehört dazu, aber das ist wohl eher Liebesroman, oder?).

Ich weiß ja schon, dass im nächsten Jahr Dein zweites Buch herauskommen soll. Verrätst Du mir und Deinen und meinen Lesern schon ungefähr, wann? Möchtest Du schon ein bisschen was darüber verraten?
Da kann ich mehr als gerne etwas zu sagen: Ich habe Anfang Dezember die freudige Nachricht erhalten, dass mein neues Buch beim Verlag DroemerKnaur erscheinen wird und zwar im Juni 2014. Ich gehe also unter die sogenannten Hybrid-Autoren, die sowohl mit als auch ohne Verlag veröffentlichen.
Inhaltlich wird es um eine Braut und ihre Hochzeitsplanung gehen, in die man sich bekanntlich sehr hineinsteigern kann.

Letzte Frage: Wenn Du auf eine einsame Insel müsstest und es Dir erlaubt ist, drei Dinge mitzunehmen, was wäre das?
Meinen Mann (wenn der als Ding zählt), eine Bibel und einen Arztkoffen (oh Gott, bin ich pragmatisch veranlagt…). Vielleicht wäre es cooler, wenn ich sage: Einen Notizblock, einen Stift und Süßigkeiten (aber in Echt würde ich trotzdem die ersten drei mitnehmen).

Danke Annika für die Beantwortung meiner vielen Fragen.
Ich freu mich schon wie verrückt auf Dein neues Buch nächstes Jahr!
http://www.annikabuehnemann.de/

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