Commissario Guido Brunetti

0045925

Donna Leon
Venezianische Scharade
The Anonymous Venetian
978-3-257-22990-5
Diogenes Verlag
1996
10,90 €
Kriminalroman
Verlagsseite

Die gebürtige Amerikanerin Donna Leon, heute 71 Jahre alt, studierte in New Jersey, Siena und Perugia. Nach ihrem Studium arbeitet sie als Reiseleiterin in Rom, als Werbetexterin in London und soäter als Lehrerin an amerikanischen Schulen in der Schweiz, im Iran und in Saudi-Arabien. Seit 1981 lebt Donna Leon in Venedig, wo auch ihre weltweit bekannten Brunetti-Romane ihren Schauplatz haben. Die Romane erscheinen jährlich seit 1992 und nicht auf italienisch, damit die Italiener keine Anstoß an ihrer Kritik nehmen und sie ganz unvoreingenommen behandeln.
Donna Leon spricht in ihren Romanen immer aktuelle Themen an, wie Behördenbestechung, Umweltskandale oder kriminelle international Machenschaften.

Hauptprotagonist ist Guido Brunetti. Der melancholische Commissario leidet unter der Ungerechtigkeit in der Welt und vor allem darunter, dass er sie als Polizist nicht beseitigen kann. Seine ganz Wonne sind seine Frau Paola und seine Kinder Raffaele und Chiara.
Paola lehrt an einer Universität Literatur und ist eine sehr intelligente Frau. Sie unterstützt ihren Mann auch bei seinen aktuellen Fällen, hört ihm zu und liefert ihm Denkanstöße. Sie stammt aus einer der ältesten Venezianischen Familien, im Gegensatz zu Brunetti selbst.
Raffaele und Chiara haben einen gesunden Enthusiasmus und sind grundsätzlich gegen jede Art von Gewalt und Kriminalität.
Es gibt noch zwei weitere wichtige Hauptcharaktere in Donna Leons Geschichten. Zum einen Brunettis engsten Kollgen Sergente Vianello. Und zum anderen der eitle und stets aufs äußeres Ansehen bedacht Vice-Questore Patta. Er ist die komische Figur des Romane, Brunettis unbedarfter Vorgesetzter, dem die öffentliche Meinung wichtiger ist, als die ehrliche Aufklärung eines Kriminalsfalls. Abgesehen davon könnte er wahrscheinlich selbst kaum einen Fall lösen.
Dieses Jahr erscheint der zweiundzwanzigste Fall von Guido Brunetti im Diogenes Verlag.

 Ich habe schon als kleines Mädchen von vielleicht 10 oder zwölf Jahren mit meinem blinden Opa Hörspiele von Brunetti gehört und war ziemlich begeistert. Jetzt habe ich mir vorgenommen, sie alle noch einmal zu lesen, in Hörspielen wird ja manchmal auch etwas wegelassen. Das schöne daran ist, dass ich vor allem bei den ersten sieben Teilen während des Lesens die Stimmen von den Kasetten im Ohr hab. Und die waren immer sehr authentisch und mir sehr symphatisch.

 Ich habe gerade Bunettis dritten Fall zu Ende gelesen.
Er beginnt mitten in der glühenden Sommerhitze. Guido Brunetti wollte eigentlich mit seiner Familie in die Berge fahren um Urlaub zu machen, doch das muss warten. Denn auf dem Festland in Mestre wird eine Männerleiche in Fraunekleidern gefunden und in der zuständigen Polizeistation fehlt es an Personal um in dem Fall zu ermitteln. Also muss Brunetti, natürlich von Patta auserkoren, diesen Fall in seine Hände nehmen.
Der tote Mann wird in der Nähe eines bekannten Straßenstrichs aufgefunden, wodurch zu allererst der Anschein entsteht,dass er ein Transvestit gewesen sein muss. Die ersten Vermutungen werden dahingehend gestellt, dass er womöglich von einem unzufriedenen Freier ermordet wurde.
Doch als Brunetti genauer hinsieht, bemerkt er, dass man vielleicht nicht allzu schnell urteilen sollte. Dieser brisante Fall nimmt nun gehörige Ausmaße an, die bis in die höhere öffentliche Schicht gehen.
An der Spitze steht der Rechtsanwalt Santomauro und die „uneigennützige Vereinigung“ Lega della Moralitá. Diese Vereinigung soll gesundheitlich beeinträchtigte und finanziell schlechter gestellte Menschen unterstützen. So besitzt die Vereinung eine Reihe von Wohnungen, die sie durch Überprüfung der bedürftigkeit an ebendiese Menschen vermieten sollen. Und dahinter verbirgt sich die Lösung des Falles.
Der tote Transvestit ist gar kein Transvestit, er war Leonardo Mascari, der Chef der Bank, auf die die Mieter ihre Miete überweisen mussten. Sein Vize Ravanello und Santomauro hatte einen Kriminellen engagiert, der zusätzlich eine zweite Miete eintrieb, in bar. Es geht also um eine ausgeklügelte Steuerhinterziehung und von den Millionen Lire, die zusätzlich als Miete eingetrieben wurden bekam jeder der drei etwas ab, Santomauro, Ravanello und der Kleinkriminellen Malfatti.
Als Mascari rausbekommt, dass etwas mit den Mietkonten nicht stimmt, musste er beseitigt werden.
Brunetti ist klar, dass Santomauro der Kopf dieser krimnellen Machenschaften ist, doch es gibt keinerlei Beweise gegen ihn. Und Patta gibt sich selbstverständlich mit Malfatti als Täter zufrieden, denn dann hat er schließlich jemanden, den er vorzeigen kann und der schon eine dicke Akte bei der venezianischen Polizei hat.
Am Abend nach der Festnahme von Malfatti kehrt Brunetti niedergeschalgen in seine leere Wohnung zurück und ist mal wieder von seiner Arbeit und von der Ungerechtigkeit in seinem Land todunglücklich.
Doch am nächsten Tag taucht der Schuhverkäufer aus dem Urlaub aus, der Santomauro die Schuhe des toten verkauft hat. Damit ist er überführt. Santomauro jedoch bestreitet die Hauptbeteligung an dem Mord und schiebt die ganze Idee der Steuerhinterziehung auf Mascari und den mittlerweile ebenfalls ermordeten Ravanello. Er wird auf freien Fuß gesetzt.
Brunetti ist unbefridiegt, kann aber endlich zu seiner Familie in den Urlaub fahren. Kurz nachdem er zu Hause ankommt, steht aber Paola mit den Kindern in der Tür und Chiara verkündet sie hat Masern und mussten deshalb nach Hause fahren.

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